szmtag
Spektrum der Wissenschaft spektrumdirekt Sterne und Weltraum Gehirn&Geist epoc SciLogs WiS! wissenschaft-online
 
DenkMal |

Welche dieser Personen wurden schon einmal versehentlich öffentlich für tot erklärt?

a) Pierre de Fermat
b) Paul McCartney
c) Nikita Chruschtschow
d) Bill Gates
 

Antwort:

Alle Antworten sind richtig. Jeder der Prominenten musste schon einmal die Nachricht seines eigenen Todes vernehmen.
 

Erklärung:

Die Vermutung, dass Pierre de Fermat bald sterben würde, drängte sich förmlich auf: Er war 1653 an der Pest erkrankte und sein gesundheitlicher Zustand sich schnell verschlechterte. Sein Freund Bernard Medon informierte jedoch einige Kollegen etwas voreilig über das Ableben des berühmten Mathematikers, denn dieser erholte sich überraschenderweise wieder. Deshalb musste Medon einige Zeit später zurückrudern und schrieb an Nicholas Heinsius: „Ich informierte Sie zu früh über Fermats Tod. Er lebt, und wir bangen nicht länger um seine Gesundheit, obwohl wir ihn für kurze Zeit zu den Toten gezählt haben.“ Fermat starb erst 12 Jahre nach seiner Erkrankung.

Die wohl mysteriösesten Ausmaße nahm die Nachricht über den Tod Paul McCartneys an. Die Campuszeitung der Universität von Michigan meldete 1969 scherzhaft, dass das Mitglied der Beatles bereits 1966 bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei und die Band ihn durch einen Doppelgänger ersetzt hätte. Seitdem versuchten die drei verbliebenen Mitglieder angeblich durch versteckte Hinweise die Fans auf den Tod McCartneys aufmerksam zu machen. Nachdem eine Radiomeldung die obskure „Paul is dead“-Theorie in ganz Amerika verbreitete, schwappte sie auch nach Europa über. Rund um die Welt sammelten - und sammeln mitunter bis heute - Anhänger der Beatles Anhaltspunkte, die den vertuschten Tod „eindeutig“ belegen. Man nehme beispielsweise das weltberühmte Cover des Albums „Abbey Road“ von 1969. Angeblich ist die Band dort als Trauerzug dargestellt, und die vier Mitglieder laufen in unterschiedlicher Kleidung auf einem Zebrastreifen über die Straße: John Lennon - der Priester - als erster trägt einen weißen Anzug; dahinter Ringo Starr ganz in schwarz als Trauergast; ihm folgt Paul McCartney, der als tot identifiziert werden kann, da er barfuß läuft. Den Schluss bildet der Totengräber George Harrison im Jeansanzug. Welche Rolle die Band selbst bei dieser Mythenbildung spielt, bleibt unklar. Paul McCartney selbst ist nach anfänglicher Belustigung von diesem Thema doch etwas genervt. In den 1990er Jahren veröffentlichte er ein Album mit dem Titel „Paul is live“, um damit einen Schlusspunkt zu setzen.

Am Abend des 13. April 1964 ging eine andere Todesnachricht um die Welt. Nikita Chruschtschow, der damalige Regierungschef der Sowjetunion, sei an der Krankheit Hephocapalytirosises gestorben. Bis heute ist der Name dieser Krankheit erst einmal aufgetaucht - in dieser Meldung. Wer die „Neuigkeit“ in die Welt gesetzt hat, bleibt ein Rätsel. Klar ist nur, dass sie beim Westdeutschen Rundfunk in Köln mit einer Signatur einlief, die unter anderem auf die seriöse russische Nachrichtenagentur TASS und auf Bonn verwies. Ein Mitarbeiter des WDR, der glaubte, dass die Meldung aus der dpa-Zentrale in Bonn kam, informierte sich dort per Fernschreiber über den Wahrheitsgehalt, indem er den Wortlaut der Tickernachricht wiederholte und dann die Frage anhängte: „Können Sie das bestätigen?“ Die letzten Worte der Nachfrage kamen aber nie in Bonn an, sodass nur kurze Zeit später 1290 Radiosender, Fernsehstationen und Zeitungen mit der neuesten Nachricht vom Ableben Chruschtschows versorgt waren. Bereits 15 Minuten später tickerten jedoch die Korrekturen durch den Äther, denn inzwischen hatte die dpa in Moskau nachgefragt, wo man den unnötigen Presserummel als „idiotischen Nonsens“ bezeichnete. Chruschtschow selbst reagierte ungehalten: Das Moskauer dpa-Büro musste schließen, alle deutschen Mitarbeiter wurden des Landes verwiesen.

Ähnlich weit reichende Folgen hatte die Meldung vom vermeintlichen Tod Bill Gates’. Am 29. März 2003 verbreitete sich von Taiwan aus die Nachricht, dass der Microsoft-Gründer bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Los Angeles erschossen worden sei. Vor allem in Südkorea sorgte sie für Verwirrung. Die Börse in Seoul brach um anderthalb Prozentpunkte ein, da Anleger in Panik ihre Aktien verkauften. Warum sie dies taten, bleibt allerdings ein ewiges Geheimnis - genauso wie der Urheber der Falschmeldung. Bill Gates jedenfalls erfreut sich auch heute noch, im Alter von 51 Jahren, bester Gesundheit.
 
Sebastian Hollstein
 

Wie andere geantwortet haben:

Es wurde keine Antwort gewählt.

Jetzt neu:

Das Buch zum DenkMal!


Für alle, die unseren Nachdenkspaß auch ohne Computer genießen wollen Wie Schwarze Löcher Spaghetti machen

DenkMal

Welches dieser Elemente des Periodensystems wurde nicht nach einer Stadt benannt?
Thallium
Yttrium
Magnesium
Hafnium
Zur Übersicht
Lesershop
Das Poster gibt Ihnen einen Einblick über die wichtigsten Ereignisse zur Zeit Karls des Großen. »
Den "großen Ost-West-Konflikt des Altertums", so nennt Hakan Baykal den Krieg zwischen Griechen und Persern in seiner Einführung zu unserem Titelthema. Doch auch wenn die Auseinandersetzungen zwischen... »
 
Abonnement
Testen Sie 2 aktuelle Ausgaben von epoc für nur EUR 10,30 inkl. Versand. »
 
Science-Shop
Scott Huler
Eine Liebeserklärung an die Beaufort-Skala »
 

Science Jobs der Woche

 

Spektrum finden Sie auch hier



 
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
Impressum - AGB